Rüdiger Schorpp zum Ehrenvorsitzenden der AWO Schwäbisch Hall gewählt

Der vergangene Freitag wird vermutlich in der über 90jährigen Historie der Haller AWO ein bemerkenswertes Datum bleiben.

Die Mitgliederversammlung hat an diesem Tag erstmals einen Ehrenvorsitzenden gewählt. Die Wahl von Rüdiger Schorpp erfolgte einstimmig (bei Enthaltung des Gewählten).

Hubert Ackermann würdigte die Verdienste von Schorpp, der von 1975 bis 2000 insgesamt 25Jahre Vorsitzender des Ortsvereins war und noch weitere 5 Jahre den AWO Kreisverband führte.

Unter der Führung des langjährigen SPD Stadt- und Kreisrates wurde bei der AWO Beachtliches geleistet und entwickelt. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Initiierung des Fahrbaren Mittagstischs, die Einrichtung der Mobilen Sozialen Dienste, der Einzug in das „Haus der sozialen Arbeit“ am 13. April 1984, die Errichtung der Sozialpädagogischen Familienhilfe, die Eingliederung der hauptamtlichen Dienste des Kreisverbandes in den Haller Ortsverein und der Bezug der betreuten Seniorenwohnanlage „Am Gänsberg“ genannt. Nebenbei sei bemerkt, dass Schorpp im Jahr 2016 für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde.

vlnr Hubert Ackermann und Rudiger Schorpp

Im Mittelpunkt des Vorstandsberichts von Hubert Ackermann stand das vielfältige bürgerschaftliche Engagement.  Ackermann dankte den über 130 Männern und Frauen, die sich in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern ehrenamtlich engagieren. Exemplarisch dafür stehen neben dem Projekt ANSPORN Plus, das Café Zeitlos zur Begleitung und Unterstützung von Senioren, die Teestube International als Treffpunkt für Flüchtlinge und Eiheimische, die Kinderinsel, die Lesepaten an den Schwäbisch Haller Grundschulen und der AWO Spieleabend.

Erfreulich sei auch, so Ackermann weiter, dass die Mitgliederentwicklung stabil gehalten werden konnte. Die Vorbereitungen für den 2019 anstehenden 100jährigen Geburtstag der AWO wolle man für die Mitgliederwerbung nutzen.

Der Ortsverein sei im Spektrum der AWO Baden-Württemberg gut aufgestellt. Ein finanzieller Kraftakt sei aktuell die Sanierung des AWO eigenen Hauses in der Mohrenstraße. Das Projekt ist auf den Zeitraum 2016 – 2019 angelegt.

Der AWO Geschäftsführer Werner Hepp stellte in seinem Bericht die vielfältigen Aktivitäten und Ergebnisse vor. Mittlerweile, so Hepp, sei die AWO auf 158 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte angewachsen. Das Geschäftsvolumen beträgt 4 Millionen Euro.

Laut Hepp haben sich im Jahr 2016 alle Bereiche gut entwickelt. Stellvertretend nennt er „Essen auf Rädern“. Im Jahr 2016 wurden 36.000 Essen ausgeliefert. Der eingeschlagene positive Trend zeichnet sich bereits auch für das Jahr 2017 ab – eventuell können über 40.000 Essen ausgeliefert werden.

Dahinter steht ein wichtiges sozialpolitisches Anliegen der AWO:  ältere Menschen mit einem abwechslungsreichen und  schmackhaften Essen zu versorgen und ihnen damit zu ermöglichen, länger in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung leben zu können.

Als gesellschaftlichen Skandal bezeichnete der AWO Geschäftsführer die Tatsache, dass jedes fünfte Kind in Deutschland in Armut lebt oder von Armut bedroht ist. Das sind 2,65 Millionen Kinder. Armutsgefährdete Kinder sind materiell unterversorgt und sozial benachteiligt. Aufwachsen in Armut gefährdet zudem eine gesunde Entwicklung. Diese Verhältnisse erleben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der AWO leider auch im wohlhabenden Hohenlohe tagtäglich. Das zunehmende Auseinanderdriften unserer Gesellschaft spiegele sich auch in der steigenden Anzahl an notwendigen familiären Förder- und Unterstützungsangeboten wieder.

„Wir tun mit unseren Partnern, was wir können“, so der AWO Geschäftsführer. „Was wir brauchen, ist eine Politik, die Kinderarmut wirksam bekämpft.“

Durch gelingende Kooperationen zu guten Ergebnissen – so könnte die Überschrift über die inklusiven Angebote der AWO an Schulen lauten. In enger Zusammenarbeit mit den kooperierenden Trägern und dem Jugend- und Sozialamt des Landkreises, sowie den Fachärzten und den Eltern konnte die Qualität des Angebots Zug um Zug ausgebaut werden.

Vor großen Herausforderung stand die AWO beim Thema ‚Migration und Flucht‘. Die besondere Situation in 2016 erforderte ein Hohes Maß an Improvisationsgeschick und Kreativität. In beispielhafter Kooperation mit den Trägern der Jugendhilfe und dem Jugendamt wurde sie schlussendlich erfolgreich bewältigt. Die AWO hat auf diese Herausforderung mit speziellen Angeboten für Flüchtlingskinder an Schulen und für deren Eltern reagiert. Die positiven Rückmeldungen der Schulen haben diesen Ansatz bestätigt.  Ab diesem Jahr werden die Beratungsangebote ausgebaut.

In seinem Bericht ging der AWO Geschäftsführer auf die zahlreichen Projekte der AWO in den letzten 10 Jahren ein.  Durch die Projekte konnte dringend benötigte zusätzliche Hilfen und Unterstützung für Familien, Kinder – und Jugendliche organisiert werden. Ohne die Förderung der Schwäbisch Haller Stiftung und Serviceclubs hätten viele dieser Maßnahmen gar nicht oder zu einem viel späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können. „Das bürgerschaftliche  soziale Engagement der Haller  Serciceclubs und Stiftung ist ein wahrer Schatz für die Region“. Als „Ermöglicher“ haben Sie viel für die Stabilisierung der sozialen Infrastruktur in der Region getan.

20 Jahre Geschäftsführer Werner Hepp – eine sympathische Erfolgsgeschichte

Im Berichtsjahr 2016 der diesjährigen Mitgliederversammlung ist Werner Hepp seit nun 20 Jahren als Geschäftsführer bei der Haller AWO beschäftigt. 20 Jahre, in denen sich die Haller AWO in nicht immer einfachen Zeiten sehr erfolgreich entwickelt hat. Daher hat sich der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Riehle sichtlich leicht getan, Hepp für diese Zeit zu würdigen. Keinen Moment habe es ihn gereut, sich 1996 für Hepp entschieden zu haben. Neben der stetig gewachsenen Zahl der Beschäftigten und Arbeitsfelder, ist es vor allem sein Verdienst, dass die Ausgliederung der professionellen Dienste in zwei gemeinnützige GmbHs erfolgreich umgesetzt werden konnte. Besonders hob Riehle seine Fähigkeiten als „Netzwerker“ hervor, mit denen er oft der AWO und ihren Projekten den Weg geebnet hat.

vlnr Werner Hepp und Jurgen Riehle

Neben der Wahl des Ehrenvorsitzenden stand die Wahl des Kassiers auf der Tagesordnung. Ursula Laudenbach, die bereits im Vorstand des Ortsvereins vertreten war, hat sich bereit erklärt, dieses Amt zu übernehmen. Ihre Wahl erfolgte einstimmig.

 

 

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